Ganz egal ob intern, mit Projektpartnern oder Auftraggebern: Als Dezentrum arbeiten wir im Team. In gemeinsamen Dokumenten feilen wir an Ideen, Eingaben, Publikationen oder Leitlinien. Dabei treffen Menschen mit verschiedenen Ideen, Hintergründen und Werten aufeinander. Das führt zu Diskussionen, zu Reibung, und es braucht viel Kommunikation. Kollaboration ist genauso anstrengend wie bereichernd.
Seit einiger Zeit prägen neue Werkzeuge diese Art von Zusammenarbeit: KI-Tools geben sich als Assistenten, als Teammitglieder, die mit am Tisch sitzen, als Effizienzwunder, die Aufgaben übernehmen und entlasten.
Nach drei Jahren Nutzung aber fragen wir uns: Stimmt das?
KI macht es einfacher denn je, Arbeit gut aussehen zu lassen, ohne dass der eigentliche Denkprozess stattgefunden hat: sauber formulierte Konzepte, fancy gestaltete Präsentationen, strukturierte Berichte, die sich beim genaueren Lesen als inhaltlich dünn oder fehlerhaft entpuppen. Wer kennt‘s nicht: Man erhält ein 5-seitiges Dokument und beim genauen Durchlesen wird klar, dass der Inhalt substanzlos ist und komplett überarbeitet werden muss.
Für dieses Phänomen gibt es einen Namen: Workslop. Wir alle erleben ihn täglich. Und wir müssen darüber sprechen.
Geprägt haben den Begriff Forschende der Stanford University. Gemeint ist Arbeit, die zwar professionell wirkt, den eigentlichen Denk- und Arbeitsaufwand aber an die Empfänger:innen auslagern. Wer sie erhält, muss recherchieren, überprüfen, korrigieren, Lücken schliessen. Nicht selten kostet das mehr Zeit (und Geld), als die Aufgabe selbst zu erledigen.
Das ist problematisch. Denn es untergräbt das Vertrauen, auf dem gute Zusammenarbeit basiert.
KI kann nützlich sein, und ja, wir benutzen sie auch. Für viele Dinge ist sie gut genug: um einen Begriff nachzuschlagen, Grammatik zu prüfen oder aus Notizen ein Protokoll zu erstellen. Das Problem ist nicht das Werkzeug an sich. Das Problem ist, dass es Erwartungen weckt, die es nicht einlösen kann, und wir es häufig erst zu spät merken.